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Corona und seine Folgen für die Immobilienwirtschaft

Seit über einen halben Jahr hält die Corona-Krise die Welt in Atem. Die Auswirkungen auf die Wirtschaft sind dabei enorm und werden voraussichtlich erst in den kommenden zwei Jahren richtig sichtbar. Die Kapitalflut durch Regierungen und die Notenbanken wirkt noch wie eine Droge.

Die #Arbeitslosenquote stieg hierzulande im laufenden Jahr erstmals deutlich um fast 20% im Vergleich zum Vorjahr an. Jedoch sind die Effekte und deren spürbare Folgen nicht gleich über alle Branchen hinweg verteilt, wie eine Studie des US-amerikanischen Beratungshaus #McKinsey herausstellt. So seien Jobs mit häufigem Menschenkontakt, insbesondere im Bereich des #Tourismus, der #Hotellerie und #Gastronomie, tendenziell stark betroffen, während Arbeitnehmer in Berufen ohne ständigem Menschenkontakt, etwa Rechnungsprüfer, Architekten oder auch Landwirtschaftsberufe und Bergbauarbeiter kaum Auswirkungen zu spüren bekommen.

Alle diese ökonomischen Faktoren wirken sich potenziell teils mit zeitlicher Verzögerung letztlich auch auf die #Immobilienbranche aus, weshalb sich für Investoren und Entwickler die Frage stellt welche #Immobilienmärkte in welchem Maße schlussendlich von der #Pandemie betroffen sein werden.


Tatsächlich ist das Bild bei einem Blick auf die verschiedenen Märkte bzw. #Assetklassen der Immobilienbranche sehr heterogen. Der im September erschienene F+B-Wohnindex zeigte für das 2. Quartal 2020 einen deutschlandweiten Anstieg der #Kaufpreise von 1,7%, im Vergleich zum Votjahresquartal sogar von 6,1%. Dieser #Anstieg steht jedoch in starkem Kontrast zu den Zahlen des statistischen Bundesamtes, welches im 2. Quartal 2020 einen deutschlandweiten #Einkommensrückgang von 2,2% diagnostizierte. Demnach entwickeln sich die Kaufpreise für #Wohnimmobilien den Einkommen diametral entgegen. Zu erwähnen bleibt, dass insbesondere im Hinblick auf die Mieten das #Kurzarbeitergeld, Harz IV, sowie das #Wohngeld potenziell negative Auswirkungen stark abfedern. Es ist weiterhin zu erwarten, dass die Nachfrage nach Wohnraum ungebrochen hoch bleibt.


Eine der umstrittensten Anlageklassen im Hinblick auf die Auswirkungen von Corona bleibt dagegen der #Büroimmobilien Markt. Während kurzfristig diese vormals insbesondere in den Stadtzentren großer Städte boomende Anlageklasse aufgrund des andauernden #HomeOffice Modells zahlreichen Vermietern #Mietstundungen und teils sogar Leerstand beschert, bleibt im Hinblick auf die Zukunft die Frage, was mit Büroarbeitsplätzen langfristig geschehen wird. Das internationale Dienstleistungs- und Beratungshaus #JLL hat drei Szenarien für die Zukunft der Büro Immobilie entwickelt. Im Kern stehen sich dabei zwei gegenläufige Trends entgegen. Einerseits dämpfe der potenziell auch langfristig von Unternehmen angenommene Home-Office Ansatz die Nachfrage nach Büroflächen und könne den Flächenbedarf in Zukunft um bis zu 23% reduzieren. Andererseits sei auch ein „back-to-normal-business“-Ansatz nicht auszuschließen, welcher von stärkeren Hygienevorschriften und Social Distancing Opportunitäten begleitet werden könne. In diesem Fall könne der Flächenbedarf, der Studie JLLs nachzufolgen, sogar um bis zu 14% steigen, um mehr Platz für den Einzelnen zu gewährleisten.


Am stärksten betroffen von der Covid-19 Pandemie ist zweifelsohne die Anlageklasse #Hotel. Die Immobilienzeitung berichtet bereits von einem signifikanten Einbruch des #Transaktionsvolumens von bis zu 20% im Vergleich zum Vorjahr. Das Beratungsunternehmen #Colliers geht von zwar einer langfristigen Erholung der Branche aus, welche jedoch mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird. In den vergangenen drei bis vier Jahren habe sich diese Anlageklassen eines enormen Zuflusses von Kapital, insbesondere durch große Pensionskassen, erfreut, welcher nun abrupt zum Erliegen kam. Sollten #Reisebeschränkungen jedoch in Zukunft, nach erfolgreicher Bewältigung der aktuellen Pandemie, erleichtert oder sogar aufgehoben werden, würde diese Anlageklassen besonders von dem langfristigen Aufwärtstrend der #Tourismusbranche profitieren. Colliers gehe jedoch bis zum Jahr 2023 von einer stark gedämpften Nachfrage und einer #Allokation hin zu Wohnimmobilien seitens der #Investoren aus.


In einer Umfrage der Immobilien Online Plattform #Immocation wurden 373 private Investoren, welche primär im deutschen Immobilienmarkt aktiv sind, zu Ihren Erfahrungen und Einschätzungen im Hinblick auf Corona befragt. Im Hinblick auf die geografische Allokation der #Investments gaben zwei Drittel der Beteiligten an erstrangig in B- und C-Lagen, d.h. in #Großstädten aber außerhalb der großen deutschen Metropolen wie Berlin, Hamburg oder München weiterhin zu investieren. Nur 12% hätten aktuell mit #Mietausfällen zu kämpfen, wobei die Mieten grundsätzlich auf stabilem Niveau blieben. Rund die Hälfte der Investoren sei in den vergangenen 6 Monaten, d.h. nach Beginn der #Krise, am Immobilienmarkt aktiv gewesen. Bei rund 60% der Befragten sei in den vergangenen 6 Monaten frisches #Fremdkapital durch #Banken zur Verfügung gestellt worden.

Insgesamt zeigt sich im Hinblick auf die bisherigen absehbaren Folgen der Corona Krise ein gemischtes Bild. Die #Unsicherheit bei einigen Anlageklassen ist fortwährend hoch. Jedoch zeigen sich im Hinblick auf Assetklassen und geografische Standorte auch erhebliche Unterschiede und teils sogar weiterhin signifikante Preisanstiege. Grundsätzlich ist jedoch das Interesse der Investoren Kapital in den Immobiliensektor zu investieren ungebrochen hoch.

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